FAMIPED

Familias, Pediatras y Adolescentes en la Red. Mejores padres, mejores hijos.

Revista electrónica de información para padres de la Asociación Española de Pediatría de Atención Primaria (AEPap)

Notlügen in schwierigen Situationen

Amelia Astray San-Martín. Pediatra de Atención Primaria. Centro de Salud de Guadalix de la Sierra. Madrid.
Pilar de Vicente Servio
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Bei María wurde vor 7 Jahren Brustkrebs diagnostiziert. Seit der Diagnose hat sie viel gelitten, einschließlich Chemotherapie und allem, was diese mit sich bringt. Aber trotz der üblichen Aufs und Abs ihres Zustandes blieb die Lage unter Kontrolle. Juan, ihr Mann, bleibt bei ihr und kämpft für sie beide, damit sie die große Last tragen können.

Álvaro ist 11 und Jaime ist 8. Die beiden Kinder, die verletzlichsten Familienmitglieder, stehen abseits der Sache. Besser gesagt, sowohl María als auch Juan haben sich dafür entschieden, sie davon auszuschließen. Sie sind sehr jund und wir wollen nicht, dass sie leiden. Aber die neuesten Nachrichten sind nicht gut. María hat noch einen Rückfall und es sind Metastasen im Gehirn aufgetaucht. María ist manchmal abgestumpft, wegen der Symptome und wegen des neuen Chemotherapie-Zyklus, den sie gerade bekommt. Und trotz Erbrechens und eines heftigen Unwohlseins, lässt sie sich vor den Kindern nichts anmerken, damit sie nicht leiden. Juan, sehr traurig wegen der Ohnmachtlosigkeit, die dieser neue Rückschlag impliziert, verstellt sich auch und lächelt bei den Kindern, damit sie nicht leiden.

Álvaro und Jaime, die Kinder, sind aber nicht dumm und lächeln ebenfalls. Sie spielen und machen ihre Hausaufgaben so ruhig wie möglich, denn sie verstehen, dass irgendetwas los ist. Mutti ist seit einiger Zeit krank; manchmal geht es ihr besser, dann wieder schlechter, und dann geht es ihr wieder sehr schlecht. Dann werden sie zu ihren Großeltern oder ihren Tanten und Onkeln für das Wochenende gefahren. Das macht richtig Spaß, denn da dürfen sie machen, was sie wollen; weil dieses Wochenende Papa und Mama zu tun haben.

Sie fragen kaum, denn sie verstehen die Traurigkeit, die ab und zu in der Stimmung herrscht. Sie würden gerne zu ihrer Mama laufen und sagen, dass sie nicht traurig sein sollte, denn sie werden auf sie aufpassen, oder die Wunde küssen, damit sie heilt, oder zum Kinderartz gehen damit sie ein Medikament bekommt, so dass es ihr wieder besser geht, oder im gleichen Bett mit ihr schlafen, weil sie ein bisschen Angst haben, oder ihr in der Küche zu helfen, oder mit ihr fern zu sehen, oder nah bei ihrem Vater zu sein, weil er auch traurig ist, selbst wenn er nicht krank aussieht, und bei ihm sein, seine Hand halten oder ein Bild mit ihm malen… Aber besser nicht, denn wenn sie das machen würden, würden Papa und Mama bestimmt noch trauriger, weil ihnen bewusst ist, dass sie auch wissen, dass Mama sehr krank ist. Besser, sich zu verstellen und alles normal weiter zu machen, ohne sich der Thematik allzu sehr zu nähern.

Jeder ist Opfer des Schweigens, der Verschwörung des Schweigens, und je länger diese anhält, desto schwieriger wird es sein, da wieder raus zu kommen.

Und so vergeht die Zeit. Zeit, die man nie wieder zurückgewinnen kann und auf der Strecke bleiben Umarmungen, Küsse, Geschichten, Wörter, Tränen, Gesten, Probleme… Die Eltern lassen sich nichts anmerken damit die Kinder nicht leiden, aber Tränen sind nicht ein Zeichen der Schwäche, sondern der Menschlichkeit. Wichtig ist nur, dass man den Kindern den Grund für diese Tränen erklärt, damit sie sich nicht schuldig fühlen.

Trotzt der Angst und der Ungewissheit muss man den Kindern die Wahrheit sagen. Außerdem, fühlen sich Kinder nützlich und besser, wenn man das Leiden in Worte fasst.

Warum muss man reden? Weil Einbildungen und Vorstellungen schlimmer sind als die Realität. Weil das Leben zu Hause anders wird; es ist nicht mehr das gleiche, und Kinder fangen an, Gespräche halb zu interpreterieren (sie hören zu, selbst wenn es so aussieht, als ob sie nicht aufpassen würden). Und es ist besser, dass sie es durch Sie erfahren als durch Andere, damit sie Ihnen jetzt und in der Zukunft weiterhin vertrauen. Wenn Sie nicht mit ihnen reden, können sich Kinderängste als Unruhe, Aggressivität, Schlaf- bzw. Essstörungen oder in der Schule äußern. Dies sind Warnungen, worauf man achten muss, damit sie sich nicht in die Länge ziehen, da solche Störungen reversibel sind. Die Realität schützt sie vor den unheilvollen Effekten des Schweigens und der Lüge ihrer Eltern.

Zuerst muss man die Nachricht selbst aufgenommen haben, damit man sie vernünftig übermitteln kann. Am besten tut man dies schon von Anfang an und gibt dann nach und nach zusätzliche Informationen über die Entwicklung.

Antworten Sie auf die Fragen, wo auch immer Sie sind: im Auto, im Badezimmer, während des Abendessens. Die Kinder sollen den Gesprächsrhythmus festlegen. Es ist auch gut, dass Sie selbst Ihre Sorgen ausdrücken, denn das besänftigt ihre Unruhe.

Sie sollten eher von einer Verbesserung als von einer Heilung reden und nichts versprechen, wenn Sie nicht sicher sind, dass Sie es nicht erfüllen können.

Im Falle eines Rückfalles sollte man erklären, dass selbst, wenn jeder alles Mögliche macht, die Sachen nicht immer gut laufen. So können Kinder anfangen, an der vollen Heilung zu zweifeln. Eine negative Entwicklung würde sie nicht überraschen.

Sollte die Krankheit fortschreiten und sind aktive Therapien bereits ausgeschöpft, geht man irgendwann die Frage eines möglichen Todes an. Man sollte dies progressiv tun, und es ist besser, sich vorher zumindest damit auseinander gesetzt zu haben.

Einige Kinder bleiben gleichgültig gegenüber der Lage. Aber das stimmt nicht: sie sind wahrscheinlich erschüttert. Ziehen Sie sich nicht vor ihnen zurück und bitten Sie sie um Erlaubnis, über Gefühle zu reden.

Für ein kleines Kind von ungefähr 1 bis 3 Jahren ist der Tod gleichwertig mit einer Abreise. Er wird mit der Angst, von den Eltern getrennt zu sein, verbunden. Um die 4 Jahre ist tot zu sein gleichwertig mit schlafen. Um die 5 oder 6 Jahre denken Kinder, das Sterben sei nichts Endgültiges. Sie glauben auch, dass ihre Eltern sie gegen jede Gefahr, einschließlich Tod, schützen können. Es ist eine magische Etappe für sie. Alles ist möglich. Ab 6 Jahren wird die Idee des Todes immer realer. Sie sind sich einem nahen Tod bewusster, als Erwachsene glauben; darum reden sie oft nicht gerne darüber mit ihren Eltern, weil sie wissen, dass sie sie "betrügen". Die Vorahnung des eigenen Todes erscheint ungefähr zwischen dem 5. und dem 9. Lebensjahr und gegen dem 10. wird er als etwas Irreversibles verstanden. Diese Konzeption ist ähnlich wie die eines Erwachsenen.

Es gibt einige Ratschläge, die man berücksichtigen sollte, wenn ein Kind den Tod einer geliebten Person erfährt:

•  Lügen Sie nicht und antworten Sie auf die Fragen, die das Kind stellt.

•  Machen Sie keine Versprechen, die Sie nicht halten können und sagen Sie Nichts, das Sie danach zurücknehmen müssen.

•  Erklären Sie den Tod mit partiellen Wahrheiten, je nach chronologischen, intellektuellen und emotionellen Alter des Kindes. Sprechen Sie vom Tod, bevor er eintritt. Nutzen Sie die aufkommenden Gelegenheiten.

•  Delegieren Sie die Erklärung nicht an ein Familienmitglied oder einen Freund. Die Eltern sind diejenigen, die ihre Kinder und den Schlag, den sie möglicherweise erfahren, am besten kennen.

•  Bringen Sie den Tod nicht mit Schlafen, Reisen, etc. in Zusammenhang, denn die Vorstellungskraft des Kindes ist stärker als Ihre eigene, so dass Schlafstörungen auftreten können mit dem Gefühl, verlassen zu werden. Bringen Sie den Tod nicht mit einem Ärgernis in Zusammenhang, weil Kinder den Tod einer geliebten Person als eine Strafe ansehen.

•  Wenn Sie auch Opfer des gleichen Verlusts sind, verbergen Sie das Leiden nicht, sondern teilen Sie Ihre Traurigkeit mit den Kindern, indem Sie über die verstorbene Person reden.

•  Betonen Sie die Unumkehrbarkeit des Todes und geben Sie keinen Anlas zu falschen Erwartungen.

•  Suchen Sie die Unterstützung des Lehrers/der Lehrerin und der Mitschüler, damit sie sie trösten können.

 

Bibliographie, empfohlene Lektüre

•  Elisabeth Kubler –Ross (1999). Kinder und Tod .

•  Katrine leverve (2007). „Nos lo dijo Pepe”.

•  Marcos Gómez Sancho (1998). Cómo dar las malas noticias en medicina